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Kirmesspruch 2008


Kaum woar die letzt Silvesterraket verknallt,
ham me heuer schö die erscht Kerwessitzung o müss halt.
Ostern woar dann kaum verbei,
do hat me schö die erscht A`trinkerei.

Un gottseidank, dess heuer ka su a strenge Winter woar,
sünnst hett me nei die Hölperla noch mit die Schnieschuh müss foahr.

Himmelfoahrt un erschter Mai lachen goar an en Tooch zesamm,
dös hot`s noch nett mol im Fernsehen bei Don Camillo un Pepone gegam.

Kaum hot me sich dann versahn, is de Kerwasmatich ra
un mir senn mit unnern Sprüchla schö widder dra.

A wenn Pfingsten dös Joahr zeitig is, wie schö ewig nümmer -
hamm me uns wengstens nett lang üm Kerwaspärla müss kümmer.
Denn die standen zahlreich bei uns Schlanga dös mol.
An Ex-Rauastäner hamm me allerdings dezu müss hull.
Un genau da begrüßt euch heit am Matich zum Kerwasspruch.
Ich hoff dess de Gießerträcher nett erscht lang sei Glos muss such,
denn ich will fix erscht auf euch ölla do trink
un zur Begrüßung über`n Platz mol wink!

Seit a poar Monatna is bei uns endlich mol Lam in de Gegend,
die ICE-Baustell tut Erdmassen un Leut bewechen.
Drüm Darntool secht`s wie noch an Atomschlooch aus,
sie schlahn Schneisen nein Wold un baun Strossen draus.
Nachts denkst da manchmol, es schlächt die letzt Stunn.
Wenn sa sprenga un es gett fünfmol hinter a nanner „WUMM“!
Un wenn`s emol grad nett grodnieder raht,
me hunderta Neugieriga an die Baustell`n erspäht.
Die tun die Stähaufen un Löcher fotografier`n
un für die Nachwelt ölles dokumentiern.
Die ICE-Baustell is fa uns werklich a Segen,
denn endlich wess die Walt a, wu mir Südthüringer liechen.

Un seit sa vur en Monat die Höhl im Blessbarch hamm entdeckt
is dös Aufsahn un Treiben nu ganz verrückt.
A einheimischer Höhlenforscher – genau gesoocht aus unnere Gemäh -,
da töt sei Läm gam fa dös unterirdischa Gestäh!
Nett als Zinselmännla sondern im Fladermauskostüm
söll a gesahn wurn sei in de Höhl doart drüm.
A wollt domit die Verantwortlichen de Bundesbahn überzeuch,
dess de ICE däre Höhl erchentwie ausmussweich.
Sei „Tanz der Vampire“ hott scheinbar nett su richtig imponiert,
denn de Höhleneingang werd erscht mol wieder zubetoniert.
Die Riesenfladermaus hamm sa inzwischen entlarvt un a hott
„Baustellenannäherungs- und Besuchsverbot“.

Kä Gald fa Schul`n, Kinnergärten un gescheita Stroßen,
die Wasserwertschaft leßt an a schö widder runter die Hosen.
Oba nein Blessbärch bau`n sa wacher de Höhl a Brück in dan Tunnel nei,
vielleicht weiht me ja die ICE-Streck goar erchentwenn ei –
vielleicht fährt dort erchentwenn a werklich mol a Zuch
vielleicht kann me die Höhl goar erchentwenn mol besuch.
Bis dorthin fließt noch viel Wasser durch mancher Kalkstähöhl
un ettlicha Kerwasmatiche künne me noch defa dezehl!

Pärla ham me heuer werklich nett ze weng,
bloß mit die Strechla vür`n Spruch woar`s beinah a weng eng.
Es is uns halt nex annersch übrich gebliehm,
me hamm halt wos über uns sälbest geschriem!

Denn schweren Herzens un mit tränenden Augen ham mir leider müss akzeptier,
is Durchschnittsalter von unnera Organisatoren un Halfer beginnt fast schö mit are Vier.
Die Demographiekurv - dös is in Deutschland dös Dreieck wos uff de Spitz tut stenn -
kann me zegoar bei der Rauastäner Kerwa nett verkenn.
Dös söll ja nett hess, dess die Leut dann nex mer tachen.
Sie kriechen mit`n Alter ja ober nett nur schlächtera Achen.
De Blutdruck steicht un die Knie tun öft wieh.
Un manchmol hörn sa goar nümmer richtig hie!
Ja es kümmt zum Schluss zegoar die Zeit, do müchen sa salbst in Sekt kaum noch -
un „Prost“ muss me dann fünfmol extra laut zu ne na sooch!
Wenn dös Stadium erreicht is, märkt mersch wahrscheinlich sälbst goar nett richtig.
Me kümmt sich echentlich noch taufrisch für un wichtig.
Doch dann passiern öft Dinga im Läm – mancher werd`s wohl kenna -
die tut me su schö „Schlüsselerlebnisse“ nenna.

Beim „Urmel“ unten in dan Grund
die Wertsleut a manchmol „aushäusig“ sind.
Zu dan Zweck hot me Personal an de Hend
dös zuverlässig eispringt, wenn`s emol klemmt.
Die künna ausgeschenk un gewalt
un a dös Schließsystem geschalt.
Da Urmel hot sei Terrain gesichert wie Fort Knox -
do werd nett gekleckert, do werd geklotzt!
Denn automatisch sich verriegelnda Tür`n
tun bei ihm die Leut nach draußen führ`n.
Aner von die Ersatzurmeln wollt nu noch getaner Schicht
endlich ahemm un macht ölles dicht.
Is de Schließmechanismus dann erscht emol aktiv,
gett echentlich so gut wie goar nex schief.
Die erscht Tür schließt sich schö hinter na mit leichten Rucker,
doch die Äußer gett nett auf – die tut kenn Zucker.
De Angstschweiß trat na sofort auf die Stirn:
„Wu hat ich denn hinsa bloß`na mei Hirn!“
Seina ganzen Schlüssel lachen noch drin auf`n Tresen:
„Feieromd“ – das wär sein Preis gewesen!
A stand dort zwischen zwa Glostür`na eigeklemmt
un kam sich besch eiden vür un a weng fremd.
Do fiel`s na wie Schuppen aus seina Hoar,
dess ja sei Handy noch bei na woar!
Sälbst wenn mir junga Leut nackig senn am FKK,
a Handy bambelt ölla mol erchentwu an uns dra.
Su kunnt de in zwetten Ersatzwert Marko nachts aus sein Bett raus geklingel
un da hot na befreit, dan vergässlichen Schlingel.
Urmel installier doch bei de a biometrisch Türöffnungssystem,
Do muss me dann nur noch a schö G`secht mach – schö kann me hemm!
Ich mach erscht a Paus – bin doch ka Depp
un trink a Glasla auf`n S ......pp
A Prost auf dan Zelt- un Kassenschlüsselverwalter!

Weiberleut erscht noch, dös muss ich hinsa mol sooch,
tun sich vielleicht schwar mit dare Altersfrooch.
Männer wärn efach tappig un hörn schö von kla auf nett zu
un je älter sa warn, wöll`n sa überhaupt nur noch ihr Ruh.
Frau`n degecher kümmern sich nur üm ihra Falten,
ansünnsten denken sa, is mit ne na ölles beim Alten.
Doch de Zahn der Zeit nacht nett nur an unnerer Burch,
die Erfahrung hot unner Frau im nächsten Stück inzwischen a schö durch!
Es Alter brengt`s halt mit sich - me muss dann nachts öfters raus
un dess me die annern nett stöart, tappt sa im Dunkeln durchs Haus.
Schließlich wess sa ja wu dann die Tröpp nunter gett
un wu eventuell a Stuhl in de Foahret stett.
Doch is Gedächtnis leßt ja nu mit´n Alter nooch,
do verzehlt me sich mol, dös is doch ka Frooch.
Dann fengt die erscht Tröppenstuf doch schö noch acht Schrittna a,
a wenn me sälbest erscht beim sieb`nten Tapper woar.
Un Holter-Dipolter im Sauseschritt,
kam sa plötzlich aus`n Tritt.
Dan fazen Schwiechermutterkaktus auf de Fänsterbenk
streift sa im Vorbeiflug nur kurz mol mit´n Handgelenk.
Gottseidank kümmt dös gutta Stück nett a noch zum Kippen
un hört a gleich widder auf zu Wippen.
Nooch vier, fünf Welgerhülzerna – ihr Flatterhemd flattert,
traf sa im Erdgeschoss vur de Küchentür auf un woar mehr als verdattert,
Die ganz Familia, die sa devur wollt loss ruh,
rennt jetzt aus die Betten un kümmt dezu.
Nochdam jeder sei Brill und Fassung wieder gefunna hot,
beginnt die Erstversorgung vor Ort.
Erscht werd sich a Bild von de Mutter gemacht:
Die Gliedmaßen senn ölla noch dort wu sa vurhar mol woarn
sie genn ze bewechen un es funktionier`n leider a noch ihra Uhrn!
Denn als sa wos von „Dokter a`rufen“ hört,
hot sa sich wimmernd sofort empört:
„An Dokter – ihr seid wohl nümmer richtig – wozu?
Mir fählt nex – loßt me bloßna mei Ruh.“
Dös woar de Beweis, dess re nex Schlimmeres fahlt,
sie kunnt noch kommandier un woar noch die alt!
Noch a poor Tooch - ich sooch euch werklich ka Lüch
hett me feuchta Ächen müch gegriech.
Erscht vur Mitleid – bei ihr`n Anblick hott`s an richtig gequält,
ich glab, sie hatt ihra blau`n Flacke goar nett ölla gezehlt.
Un dann vur Lachen - wie sa in ihrer Oart dös Ding hot bericht,
dös trieb an na su is Wasser nei`s Gesicht!
Gottseidank is dös Stückla glimpflich ausgegang
un mir hoffen, sie bleibt uns noch erhalten rächt lang!
Ich trink auf die gut` Fra – Foarbfachverkäuferin- Hüterin des Postgeheimnisses und Gönnerin de Rauastäner Kerwa -
dös Mol bitte an Sekt!!!!!

Wie viel sitzen denn schö auf unnere Versehrtenbenk???
Rutscht fei a wenig zamm, sünnst wird`s a wenig enk!!!
Denn mindestens aner kümmt noch dezu.
Ich glab, da wart schö drauf un hört genau zu.
Ja - a wenn da denkst dei Körper is topfit
un als Sportlehrer nimmt dich überhaupt nex mit.
Kümmt`s erschens annerscht als da denkst,
vor allem, wenn da mit die Schnieschuh mol nett richtig lenkst!
Dann helt is Läm sälbst fa su an Geübten mit viel Schneit
die a oder anner Überraschung noch bereit.
Winterurlaub in de benachbarten Alpenrepublik
is fa ihn immer a besonderes Glück.
A liebt es Wedeln un mehr noch in „Apres Schie“,
deswächer foahr`n sa a öfters hie.
Dösmol genau am Silvesternochmittoch
wollt a`s ruhig a losgieh´ un sich nett noch su plooch.
A macht sich grad zur letzten Abfahrt zerächt
un hot schö an die Silvesterparty gedacht.
Do tat`s an Reffer in sein Fuß
un „juck“ durchfährt`s na wie an Schuß.
Drin in dan Schniestiefel – ich frass an Stäh –
woar erchentwos wahrscheinlich kurz un kla.
Auf an Bäh uns un su elegant wie`s erchentwie ging
züscht a langsam die Pist no zur Talstation hin.
Die gesamt Reisegesellschaft sieht`s na von Weiten schö a -
es is wos nett richtig heit mit dan Ma.
Un bevur die erscht Silvesterraket explodiert
werd a zum nächsten Dokter transportiert.
Mit Gipsfuß un Stäcken versorgt gett`s nei`s Hotel zurück.
A will nur as - a Bier trink auf dan Schreck.
Die Tröpp nauf – me muss sich halt erscht dra gewöh` -
gett`s ja für`n Anfang noch ganz schö.
Dös woarn grad su seina Gedanken,
jedoch do kam a schö ins Wanken.
De Stäcken grätscht -„juck“- quer über die Fließen
un sei rächter Dauma tat sich beim Aufprall weeeeiiiiit nach hinten biechen.
De Schreck hot sein Schmerz erscht mol weit übertroffen.
A mooch nett dra gedenk un tut nur noch hoffen.
Zefrüh mußt a dann de Familia dann doch gestieh,
„Ich muss zum Röntgen noch mol hie.“
Dan Dokter woar sei Nama noch geläufig:
An en Tooch - zwa Unfell – su wos hot me nett su häufig.
Gebrochen woar de Dauma gottseidank nett - zum Glück
a woar bloßna mindestens fünfmol su dick.
Noch are Woch wieder dehemm in seiner Stumm -
sei Fuß eigegipst und de Dauma noch krumm -
woar de Computer fa ihn die Verbindung zur Wält.
Bloßna wenn me beim Surfen debei vom Stuhl runter fehlt -
oder sich goar nett erscht richtig do ohm drauf platziert
- a wess halt heit a nimmer, wie`s is passiert ......
Un „juck“ schö stärzt de Mittelfinger von de annern Hend
erchentwie seltsam wägwärts nüber zur Wend.
Die Gemeinschaftspraxis Scheller un Klett
hat su an hoartneckigen Patienten a noch nett.
Die ham drüm in Sumbarch ernsthaft drüber nochgedacht,
öb me fa ihn Mengenrabatt möglich macht.
Ä Bäh wär ja noch übrig gebliem,
dös me na kostenlos noch hett künn g`schien.
Soocht me mol, öb dös nett Stoff fa an Fernsehfilm göb –
ich hett vur Lachen künn gelöb!
Da Ma verstett jetzt jedenfalls dan tieferen Sinn,
wenn`s hesst: „Loss alle Fünf gerade sein!!!!“

Ich muss mich erscht mol „samel“ un mich beruhich
un loss auf dan Sportlehrer a Bierla durch meine Gorchel durch!
Gabt na a es, ich glab da kann`s gebrauch,
sünnst bricht da sich heit a noch in Bauch!

Ich sälbest kenn`s ja nümmer su,
allerdings hör ich mein Leutna beim Dezehl`n garn zu,
wie sa früher mit Bier un Limo im Korb vom Lunzer hemm senn.
Heitzetooch hot jeder Kästen defa im Käller unten stenn.
Su is me gewappnet fa ölla Fäll
un hot, wenn Besuch kümmt a Bierla zur Stell.
Doch kam`s im Durf seit geraumer Zeit öfters vür,
dess in verschiedena Käller mol g´fahlt hot a Bier.
Defür sah me an manchen Eckna in de Umgechend
öllerlei Leergut an die Rängela liechen.
Zum Beispiel sieht`s in Böhl do hinten nauf
an manchen Stell`na wie noch an Bombenschlooch aus!
A Frau, die hat schö verdächtigt ihr`n Ma:
„Du gehst me ze öft an die Biervorrät na!
Un wenn, loss deina Stöpfer hunten un schmeiß sa naus nein Müll,
me denkt ja sünnst, die Flaschen senn noch voll!“
„Mei öllerliebsta gutta Frau,
ich wess doch ober nex defa!
Un dunkel`s Bierl, dös weßt da doch
Dess dös nur unner Tochter mooch.“
Nu standen die zwa vur dare Frooch,
war denn dös dunkla Bier noch mooch!
An Reim hot sa sich nett su richtig drauf gemacht,
allerdings gab`s inzwischen schö an handfesten Verdacht!
Dann spielt re de Zufall nei de Hend
un dös Rümmgerätsel hat a End.
Änes Tooch`s guckt sa aus ihr`n Fanstern nunter nein Hof,
do sieht sa an de Källertür plötzlich an fremma Kopf.
Su fix sa ihra Bäh jetzt troochen
secht me sa nein Käller joochen.
In Türdrücker hat a noch in de Hend do frecht sa na auf de Stell:
„Erklär me mol, wos dös do söll!“
Ich wollt grad fix - bloß su mol wiss
wos hinter dare Tür do is!
„Zwa Kästen Bier, dös dir bis jetzt su gut hot g`schmeckt,
dös hat`s da doch schö längst entdeckt!“
Su hot se na zur Red`gestellt.
Öb`s noch in seina Uhr`n drin hallt?
Denn seit dämm is uns nex mehr zu Uhr`na kumma,
dess a sich öba weiter Freibier hett genumma.
Dess me fremd`s Bier entwend, dös künnt ich gerade noch verstieh,
ober heitzetooch gett me ja goar noch hie
un maust mit Ermerna die Misthaufen von die annern Leut
wie kunnt`s denn na gekumm su weit?

Dös woar`s fa heit – ich habe fertig
Doch hochlab loss wöll`n me noch hurtig.

Ölla Sponsoren, Vereine, Organisatoren und Halfer de Rauastäner Kerwa sie leben
Vivat .....
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De Börchermester un sei Mannschaft sie leben
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Unnera treuen un nimmermüden Bloskapellen sie leben
Vivat .....
Vivat ....
Vivat .....

Die Rauastäner Kerwesgesellschaft sie lebe
(Kapelle)
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