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Kerwas-Spruch 2009


An Kerwasmatich ohna Spruch
dan kann me in Rauasta vergäblich g`such.
Schließlich hot`s schö immer die Leut interessiert,
wann bei uns welches Malheur über`s Joahr is passiert.
Mir hamm uns heuer werklich ordentlich müss streck,
dess me dös a oder annera noch hamm entdeckt.
Un wa hinsa vielleicht nett erwähnt is debei
guckt am besten heit Omd zur Blinden noch emol rei!
Denn die hamm sicher genausu g`funschelt un g`sücht
un dodebei manches Strechla noch rausgekriecht.


Ich will euch fix an kurzen Abriss gab vom vergangena Joahr,
langa Sätz kann ich me dodebei ja despoar.
Es woar vuriges Joahr a fazen Kerwa mit super Gest –
wobei sich über euch heuer a nett meckern lesst.
An super Summer folgt a super Winter wie re nett schöner kunnt gesei,
ideal fa unnere Gegend un die Schnieschuhfoahrerei.
Kaum woar dös neua Joahr agebrochen woar überoll a fazen Gejammer un Geschrei -
denn es brach die super Wirtschaftskrise über uns rei.
Dare setzt me anstatt werklich wos zu bewechen
nur noch Nachrichten von de Schweinegripp degechen.
Denn es gett doch nex über are ordentlichen Hysterie!
Dös lenkt o vom Wichtigen un is Futter für`s Vieh.


Heuer hamm me a Superwahljoahr un mir senn
super in de Klemm.
Oder künnt ihr mir noch an glaubwürdichen Politiker genenn?
Öb Kohl oder Münte - kaum is ihr Trauerjoahr rümm,
hamm ses doch nur mit ihra junga Freundinna ze tun.
Kennt denn jemand a Partei, die ihra Versprächen hellt
un uns noch de Wahl nett is glatta Gechenteil dezehlt?



Bei uns heit do seid ihr wenigstens gewiss,
dess dös wos draufstett a drinna is!
Mir machen euch ka „X“ fe an „Y“ für,
bei uns kriecht de Kaffee, Kuchen a Brotwurscht un Bier.
Mir senn su beständig wie die Joahreszeiten,
mir senn ka Mogelpackung un me hört uns schö von Weiten!


Ich begrüß euch zu unnera Superkerwa von 2009!
Mir tun uns über ölla Gest sehr freun!


Ich mach nur fix mei Gorchel noß –
fix Gießerträcher - dann lech ich los!





Mancha Wirtschaftsbosse wissen nett mit ihra Milliona wu hin
un müssen immer neua Steuerspoartricks erfinn.
Die klenn Leut degecher hamm`s werklich nett leicht
un su mancher muss sich tüchtich streck, dess über`n Monat reicht.
Do bild me Foahrgemeinschaften un käfft Energiespoarlampen die Öltanks leßt me nur noch halb vull tanken.
Me schürt wieder Hulz un warkelt im Goarten rümm -
es gett ölles widder mehr zum Selbstversorcher hin!
Do warn Woldgrundstücke plötzlich widder begehrt
un Gewächshäuser un Hünnerstall reanimiert.


Ober es gibt fei a welcha, fa die is die Spoarerei blanker Sport
un genau su an Fall gab`s a in unnern Oart.
Da Ma wollt sei Urlaubskasse wohl dodemit füll,
indam a tüchtich spoart beim ächna Müll.
Normalerweise kümmt ja die Müllabfuhr direkt vur die Tür
un in jedem Oart stenn zusätzlicha Behälter defür.
Jedoch unnern Sportsmann woar dös ze trivial,
da traf a ganz, ganz annera Wahl.


Uns su kunnt me do unten auf de Schalk`ner Höh`
dann a verschied`na Plastiktüten g`sah.
O`gestellt auf dan Parklatz in Reih un Glied.
Die nimmt die Stroßenreinigung schö erchentwenn mit.
Die senn ober a nett von hintergestern un dumm
un kippen die Seck erscht mol aus un rümm.
Do kam naber manchen privaten Papier
a a galba Dienstuniform unter dan Haufen für!
De Täter hot praktisch gleich sei Adressa hinterlecht,
demit is Ordnungsamt nett erscht noch lang frecht!


Su ganz erschließt sich mir de Sinn nett von dän Ma seiner Aktion.
Wos hat da denn nu untern Strich devon?


Fä mich is die Moral von däre G`schicht:
Wenn da deina Müllgebühr`n doch schö bezohlt host,
lohnt sich a wilda Mülldeponie werklich nicht!
Zegoar doppelt nett, wenn da su dumm bist un dich leßt dewisch,
dess noch a saftiga Galdstrof land auf dein Tisch.


Es sei denn du host a annerä Arithmetik su wie unner Ma, denn bei dan gibt a sünnst neun plus drei elf!
Dös gläbt de nett – do leßt sich leicht die Probe mach:
Neun, Zäh, Elf!!!!!!!


Ich sooch dreizah – verzah,
langt me rauf a schö Bier!
Komm Gießerträcher mach nett su a Gezier!





Dess Fra`n sehr garn ei`kaffen, stett nu mol fest,
weil sich debei de häusliche Frust besser abbauen lässt!
Am Liebsten foahr`n sa zu dan Zweck dann erchentwu hin,
wu me viel Dinge auf engsten Raum auf emol kann g`finn.
Genau su a Schnellkur hat sich a Frau aus Rauastä verschrieb`n
un lustwandelt in an Markt in Mengersgereuth drühm rümm.


De Woochen woar nach kurzer Zeit schö proppevull,
do fellt re ei, dess sa noch wos aus de Drogerie wollt hull.
Dan Wochenendeinkauf schiebt sa fix rächt`s an die Seiten,
üm hurtig in die Schleckerfiliale einzuschreiten.
Zwischen Schaumbadschnuppern un Faltencremeprobiern
tut sa ihr Woochen do draußen überhaupt nümmer interessiern.
Un su verstreichen im Flug die Minuten,
dann märkt sa plötzlich, sie muss sich sputen.
Dehemm do wärt ja de Rest ihrer Sippe,
vielleicht schö zammgehungert zu an Gerippe.
Sie bezohlt fix un hebbt die Schleckertüten vehement
ins Auto auf die Rücksitzbänk.
Jedoch dehemm vurn Garagentoor
schwant re plötzlich, dess do noch wos woar!
Im Auto woar außer Duftzeuch su gut wie nex weiter drin –
richtig: Is Mittoochassen stand noch in Mengersgereuth auf`n Parkplatz drühm.
Dös hofft sa zumindest un fährt wie de Blitz
über Mescheboch un die Zinselhöhl widder nüberwärts.
Un doart beim TEGUT in de Sunn
stand wessgott noch de Woochen rümm.
Die Tiefkühlkost woar halt schö beinah goar,
wos re in dan Moment rä Schnuppe woar.
Hauptsach es woar noch ölles beisamm -
Derweil hamm im TEGUT Leut schö ihra Tipp`s o`gamm.
Sie dachten, dös is a Gewinnspiel un sie müssen root,
fa wie viel Gald me nei su an Woochen kann gelood!


Dehemm klappern sa inzwischen schö mit Gobel un Messer.
Es warten doart sehnsüchtich schö drei, vier Asser.
Ölles hot sa gekefft: Kas , Flesch un a Fisch
ober nex wos me fix kunnt gebreng auf`n Tisch.


Im Wiederholungsfall döt ich in Urmel empfehl`n,
sich zum Mittochassen a g`scheit`s Wertshaus auszewähl`n!



Ich glab ihr habt nu heuer in Beyerschkurt sein Blacky un die Döggenmartel überhullt!
Dodrauf stoß ich hinsa a – Prost Rita!





Wumit me gleich bei die Wertshäuser senn,
die müss me heuer a mol kurz im Sprüchla erwähn.
Es senn ja nümmer su viel, wie`s früher mol woarn
ober bei die Besonderheiten liechen sa mit voarn!
Wenn da zum Beispiel zufällig mol a Fest willst feier,
gett schö los die traurich Leier.
Beim erschten kann dess durchaus passier
du stehst in de schönsten Zeit vur verschlossener Tür.
Am Freitich, wenn me is Wochenend ei`will`leut
stett auf dan Schild „Ruhetooch heit“.
Un machst da für`n Sunnambd mol an Riss,
wird a nex draus, dös is gewiss.
Weil do nämlich die Wertsleut grad aushäusig senn,
weil sa salbst zum Assen nei an annern Wertshaus genn.


Un dess me in Rauastä als Stammkunde neis Wertshaus fährt,
hamm me schö öfters in unnera Sprüchla erklärt.
Doart stenn manchmol su viel Autos rümm,
a Parkuhr wa do a goldener Hauptgewinn.


In änner Kneipen do kam`s unter anderem vür,
dess a a Polizist saß bei sein verdienten Feieromdsbier.
A annere Stammgast hot schö sei Maß vull gehot
un wollt sein Körper grad naus nei sein Auto lod.
Doch drin auf sein Stuhl hot da bierseelich Schussel
liechen gelossen sein Autoschlüssel.


Jedoch dein Freund und Helfer - die Polizei,
trecht na dös Ding tatsächlich hinterdrei.


Vielleicht – bei uns künnt dös ölles gesei
ledt na de Autobesitzer ei:
“Zeich me mei Auto un ich foahr dich hemm!“
Wa künnt su an Angebot schö wiederstenn?
Allerdings bräuchst da dann sehr viel Gottvertrau`n,
doch du bist ja im Wertshaus üm Hemmschwellen o`zebau`n!


Un in dan Wertshaus unten im Grund
treibt`s de Wert hinsa besonders bunt.
Da mixt jetzt goar Cocktails fa seina Gest
un lecht orginella Nama dann gleich mit fest.
Su heßt su a Trink zum Beispiel „Roter Baron”.
Un bestett aus Tomatensaft mit are Chillivariation!


Gießerträcher, ich hoff die fellt nett su a Blödsinn ei
un du schenkst nur wos nooch`n Reinheitsgebot mir ei!





A Frau aus unnere Gemäh -
üm genauer ze senn aus an Vorort von Rauestä -
die is bei uns bekannt wie a bunter Hund
denn sie is weder auf ihr`n Kopf gefall`n noch auf ihr`n Mund.
Un ich persönlich tu mich närrisch frän,
dess me sa heuer endlich mol im Spruch künna erwähn!
Sie is trotz ihr`n Alters flott bei Fuß un werklich ka traurich`s Kind,
weshalb me sa uff jeden Festla in de Ümgechend find.
Zegoar mit die „Wildecker Herzbuam“ hot me sa schö g`sahn –
dös wollt ich hinsa nur mol su erwähn!
Die hört jeda Geich schö vom Weiten knarzen
un lattschen tut sa garn - vom ganzen Harzen.
Wos will me denn a in ganzen Toch mach in su an klenn Oart.
Do werd verzweifelt uff jeda Abwechslung gewoart.


Ihr`n ächna 80. hat sa vur Kurzem grad erscht groß gefeiert
obä gleich drauf schö widder noch`n nächsten Fest gegeiert.
Dös ergab sich a rächt fix und flüchtig,
denn widder an hochen Geburtstooch gibt`s ze Feiern ganz tüchtig.
Un natürlich als Gratulant is mit von de Partie,
unner Frau - sie rückt mit are Sektflasch hie!


Zegoar a Koart stäckt noch in dare Tüt mit drin,
auf däre woar ze läsen dann:


„Liebe „Hm, Hm, Hm“ zu deinem 80. Geburtstag alles Gute von deinen Nachbarn!“


Do werd is Geburtstagskind dann doch a wenig stutzig:
„Ich wa doch kenna 80 , die is vielleicht putzig!“
Un Nachbern senn me doch nu a nett direkt.
Öb dodehinter nett noch ergentwos stäckt?
Ha nu freilich – sie hot wohl zum Geschenkeeikäffen, Eipacken un Beschriften noch Zeit?
Schließlich standen von ihr`n ächna Fest noch genüchend Präsente bereit.
„Mit Liebe geschenkt“ oder „Es kommt von Herzen“-
wa kann sich erscht aufgehalt mit derelei Scherzen?
Do wird hie`gelangt un is erschta Besta dekrehlt
un war die Koart nett gewasen hett`s goar kenner dezehlt!


Liebe E. aus M. wos ich noch wollt sooch,
die 50 Euro, die noch in dan Kuvart drin woarn hettst da oba heit werklich a bei uns ro künn getrooch!


Egal ich söll sooch de Inhalt von de Flasch hot geschmeckt un do drauf kümmt`s a.
Drümm stoß ich a hinsa mol auf sa a!
Prost - noch a langä Gesundheit un bis zum Zinselhöhl`nfest,
do senn mir nämlich dann wiedder deina Gest!



Die Deutschen un ihra Haustiere, dös is a unendlicha Geschicht.
Deshalb will ich hinsa wos drüber bericht.
Inzwischen gibt`s ja a in Rauastäh immer mehr Katzen un Hünd während me Kinner immer saltener find.
Doch su a Tier muss genausu gut dezoochen war,
sünnst left de ölles kreuz un quar.
Denn willst da die Zeitung bis drin in dein Fooch
un beim nächsten Waldspaziergang in deina Waden ka Looch,
warsch besser wenn dei Hund a weng töt parriern
un nett laufend frema Leut würd setziern!


Nu is mit die Viecher halt wie mit mancha Kinner,
sie hörn entweder nur manchmol oder überhaupt nümmer.
Begabung un Temperament spiel`n namabei halt a noch a Roll
dess dös Tier dann nett macht, wos will, sondern wos soll.
Deswache larna sowohl Herrschaft als a Hund
in professionell`n Hündsschulna su mancha Stund.


Dann erchentwenn kam fä dan Hund von dan ich bericht
sei Hundeschulenprüfungstermin – das jüngste Gericht.


Statt bei Fuß ze lafen hot da tüchtig apportiert
un wurd prompt von de Prüfungskommission aussortiert.
Mit dan erschütternden Ergebnis „Nicht bestanden“
sich seina Eltern im Auto hemwärt`s widder fanden.


Ich sooch`s mol su: Es is mit die Viecher wie mit die Leut!
Wa frecht uns denn nooch an Prüfungsergebnis heit!
Mücht ich gewiss wie öft mancher zur Prüfung a`geträten is,
von dan da heit denkst, wunnersch wos da Mensch is.
Un su is dös a bei unnern Hund – inzwischen isser rehabilitiert.
A hot sei Schul beim zwetten Versuch erfolgreich absolviert.


Un wos söll ich euch sooch – es is ka Lücherei -
Hinsa menschelt da Köder un bild sich wos ei!
Mit are Sonnenbrill hot me na hinsa schö rümspringa g`sahn.
Wenn da dös siehst, denkst da du host an schlächten Trahm.
Weil na a Blütenstauballergie die Achen verklebt
hot me na a Schutzbrill ümgelecht!
Sälbst a Auto is echens fa na a`schafft wurn -
me sieht`s an die Nummernschilder hinten un vorn.
Dort stenn seina Initialen schworz auf weiß
Ich soch`s ja, Noblesse hat ihren Preis!



Ich trink auf`n FY un in Undertaker -
su an Hund hot wess Gott a nett a jeder!
„Du sollst auch nicht leben wie ein Hund“ –
sölcha Sprüch tut heitzetooch käs mehr kund!
Wenn ich erchentwenn noch mol auf die Walt söllt kumm,
renn ich a lieber als deutsches Haustier rümm.



Halt - beinah hett ich vergassen unner letzta Geschicht
Über die muss ich unbedingt noch bericht.
Un zwoar hot a Rauastäner letztes Joahr erwoochen
unnern Fläscher a Schadensersatzklooch a`zetroochen.
Sei Fra woar mol en Tooch nett dehemm
schö woare als Selbstversorcher a weng in de Klemm.
Schließlich is dös Kochen goar nett sei Stackenpfard
Ober zu are hessen Wurscht do langt`s noch grad.
Su land a Jagdwöarschtla drin im worma Wasser
un uff`n Tisch laachen schö Taller, Gobel un Messer.
Im Topf kreiselt die Wurscht bereit zum Verzehr
doch dozu kam`s dann nimmermehr.
Denn kaum hot dös Messer die Haut geritzt
zischt`s auf - da Ma guckt ganz entsetzt.
Un a Strahl von siedendhesser Brüh
sprützt nauf an seiner Stirn dann hie.
Is Ohmdassen woar hinsa fa ihn vergassen,
denn von de Noos tropfen nur su die fettigen Lossen.
Un drüber an de von Hoarna verwaisten Stirn
zooch sich feuerrot a mächtiga Brandblos hin.
A sah wie in Gorbatschow sei eineiiger Zwilling aus.
Un a mol sich schö die Neugier von die Rauastäner aus.
Denn jeder wollt natürlich hoarkla von na wiss,
wie`s zu dan Dilemma nu kumma is.
Am liebsten mücht de a schöna Ausred definn,
üm bloß nett im Kerwasspruch drinna ze stenn.
Su wos gett in Rauastä nett un das ist gut so, würd ich mol soochen.
un in Wurschtel tun me hinsa von do aus verkloochen.
Is Urteil lautet: A Rund Jagdwörschtla ohna Wasser fa die Kerwa und an Ma
is dös mindesta, wos me geforder ka!


A Bier un ka Wurschtsupp langt fix noch mol rauf
Mir machen a Wurschtassen - ich fra mich schö drauf!


Zum Schluss the same procedure as evry year
Wöll`n me noch a poar Leut hoffier!


Ölla Leut die uns tatkräftig zur Seiten stenn, dess die Kerwa überhaupt stattkanngefinn, die Vereine, Sponsoren, de Börchermester un sei Bauhof,
sie leben


Vivat – Hoch!
Vivat – Hoch!
Vivat – Hoch!


Die Wertshäuser in Rauästa, die uns jedes Joahr gnädig aufnamma,
sie sollen hochlab


Vivat – Hoch!
Vivat – Hoch!
Vivat – Hoch!


Unnera treuen un nimmermüden Bloskapellen sie leben


Vivat – Hoch!
Vivat – Hoch!
Vivat – Hoch!


Die Rauastäner Kerwesgesellschaft sie lebe
(Kapelle)
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